Kapsel-Endoskopie

Weshalb erfolgt eine Kapsel-Endoskopie?

Die Kapselendoskopie ermöglicht die Untersuchung derjenigen Abschnitte des Dünndarms (meist mehrere Meter), die durch eine Magenspiegelung oder Dickdarmspiegelung nicht eingesehen werden können. Krankhafte Veränderungen des Dünndarms (z.B. Entzündungen, Geschwüre, Polypen oder Tumore), die für Ihre Beschwerden verantwortlich sein können, werden so entdeckt.

Für die Untersuchung muss eine Video-Kapsel von der Grösse einer Tablette geschluckt werden, die passiv durch den Magendarmtrakt befördert wird. Diese Kapsel enthält eine Kamera, mit der pro Sekunde mehrere Bilder aufgenommen werden. Die Bilddaten werden an einen Recorder (Aufnahmegerät) geschickt, welcher an einem Bauchgurt (über der Kleidung) getragen wird.

Welche Vorbereitungen sind für die Untersuchung nötig?

Wie bei der Dickdarmspiegelung erfordert die optimale Untersuchung des Dünndarmes vorgängig eine gründliche Reinigung. Die genauen Angaben hierfür erhalten Sie mit dem Aufgebot für die Untersuchung. Bitte befolgen Sie diese exakt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach der vorgeschriebenen Reinigung des Darmes sollten Sie am Untersuchungstag zwei-teilige Kleidung tragen (d.h. der Bauch muss problemlos zugänglich sein). Der Arztbesuch erfolgt am Morgen. Zuerst werden Bauchgurt und Aufnahmegerät installiert, im Anschluss wird die Kapsel geschluckt (Achtung: nicht Beissen!). Nach dem Schlucken der Videokapsel können Sie das Spital wieder verlassen. Zwei Stunden nach Einnahme der Kapsel ist Trinken von Wasser, zwei weitere Stunden später auch eine kleine Mahlzeit erlaubt. Die Rückgabe der Geräte erfolgt im Normallfall nach einer Untersuchungszeit von acht Stunden (vorher dürfen die Geräte nicht entfernt werden).

Die Übermittlung der Bilddaten von der Kapsel auf das Aufnahmegerät kann durch andere Geräte mit Funkübermittlung (Fernbedienung, Mobiltelefone, Funkantennen, etc.) gestört werden. Wir bitten Sie deshalb, sich von solchen Geräten fern zu halten. Ebenso sollte der Aufenthalt in der Nähe von elektromagnetischen Strahlungsquellen (z.B. Amateurfunk, Kernspintomographie etc.) vermieden werden.

Welche Risiken / Probleme können auftreten?

Die Kapselendoskopie ist risikoarm. In seltenen Fällen kann es durch Steckenbleiben der Kapsel zu einem Darmverschluss kommen, der eine endoskopische oder operative Entfernung der Kapsel notwendig macht (<1%). Bei Patienten, die bereits einmal einen Darmverschluss erlitten haben oder bei denen eine Engstellung des Darmes vermutet wird, ist dieses Risiko erhöht.

Wie verhalte ich mich nach der Untersuchung?

Falls Sie während oder nach der Untersuchung Bauchschmerzen, Fieber oder Übelkeit entwickeln, wenden Sie sich an den behandelnden Arzt oder suchen Sie eine Notfallstation auf.

Achten Sie auf die Ausscheidung der Kapsel. Wenn Sie diese nicht eindeutig bestätigen können, wird eine Röntgenuntersuchung des Bauches notwendig, um diese bestätigen zu können.

Wichtig: Bis sichergestellt ist, dass die Kapsel Ihren Körper verlassen hat, darf bei Ihnen keine Kernspintomographie (MRI) in einem Röntgeninstitut durchgeführt werden! Die Kapsel enthält nämlich Metallteile und kann von starken Magnetfeldern angezogen werden, wodurch schwere Darmschäden entstehen könnten.